Online Casino Lastschrift in der Schweiz: LSV+, Debit Direct und was die zehn Anbieter wirklich führen
Online Casino Lastschrift gibt es in der Schweiz nicht. Keines der zehn Online Casinos mit ESBK-Konzession zieht Einzahlungen per Lastschrift ein, weder über LSV+ noch über CH-DD oder SEPA, Stand Oktober 2026. Vom Bankkonto zahlen Sie dort per Banküberweisung, TWINT oder PostFinance ein. Die Lastschrift selbst steht vor einem Umbau: SIX stellt LSV+ und BDD am 30. September 2028 ein, der Nachfolger heisst eBill Direct Debit.
Auf einen Blick
- Lastschrift in Schweizer Casinos mit Konzession: bei keinem der zehn Anbieter in Kasse, Hilfe oder AGB
- Vom Konto einzahlen: Banküberweisung bei sechs Anbietern (1 bis 5 Arbeitstage), TWINT und PostFinance bei allen zehn (sofort)
- Schweizer Lastschrift heute: LSV+ und BDD von SIX für Konten der Banken, CH-DD von PostFinance für PostFinance-Konten
- Widerspruchsrecht: 30 Tage bei LSV+ und CH-DD, 8 Wochen bei der SEPA-Lastschrift in Euro
- Fahrplan: keine neuen LSV+-Rechnungssteller seit 1. Januar 2026, Einstellung am 30. September 2028, Ersatz eBill Direct Debit
- Stand: Oktober 2026
Rechtlicher Hinweis
Eine Einzahlung per Lastschrift bietet keines der zehn Online Casinos mit ESBK-Konzession an. Bei Anbietern mit Lastschrift fehlt die Schweizer Aufsicht; die Domain kann gesperrt sein, Gewinne sind steuerpflichtig, die Spielsperre gilt nicht.
Alle Casinos dieser Liste haben eine Konzession der ESBK, der Eidgenössischen Spielbankenkommission (offizielle Liste).
Online Casino Lastschrift: zehn Schweizer Kassen geprüft
Wir haben die Zahlungsseiten, Hilfe-Center und AGB der zehn Schweizer Online Casinos mit ESBK-Konzession durchsucht, insgesamt über 300 Dokumente. Die Begriffe Lastschrift, LSV, Debit Direct und SEPA kommen in keinem vor. Vom Bankkonto führt bei sechs Anbietern die Banküberweisung ins Spielerkonto, bei allen zehn die App TWINT und PostFinance.
| Casino | Lastschrift | Banküberweisung laut Anbieter | TWINT | PostFinance |
|---|---|---|---|---|
| Jackpots.ch | nein | ja, in der Liste der Einzahlungswege | ja | ja, PostFinance Pay |
| mycasino | nein | nicht genannt | ja | ja, PostFinance Pay |
| Swiss Casinos | nein | ja, 3 bis 5 Arbeitstage, Mindestbetrag CHF 20 | ja | ja, inkl. E-Finance |
| Casino777 | nein | ja, 1 bis 3 Werktage, ohne Gebühr, ohne Höchstbetrag | ja | ja, PostFinance Card |
| StarVegas | nein | nicht genannt | ja | ja |
| 7melons | nein | nicht genannt | ja | ja, Card und E-Finance |
| PASINO.ch | nein | ja, 1 bis 3 Tage | ja | ja, E-Finance |
| Swiss4Win | nein | ja, ungefähr 1 bis 2 Werktage | ja | ja, Card und E-Finance |
| Admiral | nein | nicht genannt | ja | ja, Pay oder Card |
| Casineo | nein | ja, bis 3 Arbeitstage | ja | ja, PostFinance oder Postcard |
Wer ohne Karte direkt vom Konto zahlen will, hat in der Schweiz also drei Wege. Die Überweisung kommt mit Wartezeit, TWINT mit sofortiger Gutschrift, PostFinance mit Freigabe in der App.
Was eine Lastschrift ist: Ermächtigung statt Überweisung
Bei einer Überweisung geben Sie den Auftrag, Geld zu senden. Bei einer Lastschrift dreht sich die Richtung: Der Rechnungssteller belastet Ihr Konto. Ihre Bank führt das nur aus, wenn eine Belastungsermächtigung von Ihnen vorliegt. So beschreibt SIX die Grundlage des Verfahrens. Beide Parteien brauchen ein Bankkonto, der Empfänger reicht die Forderung elektronisch bei seiner Bank oder bei SIX Interbank Clearing ein.
PostFinance erklärt den Unterschied zum Dauerauftrag so: Beim Dauerauftrag beauftragen Sie die Bank mit einer regelmässigen Überweisung. Bei der Lastschrift erlauben Sie dem Rechnungssteller, den Betrag am Fälligkeitstag direkt abzubuchen. Gedacht ist das Verfahren laut PostFinance für wiederkehrende Rechnungen, zum Beispiel Telefon oder Strom.
Als Schutz gibt es ein Widerspruchsrecht. Bei LSV+ können Sie laut SIX ohne Angabe von Gründen bis 30 Kalendertage nach der Avisierung der Kontobelastung widersprechen. Bei CH-DD von PostFinance gelten 30 Tage ab Versand des Kontoauszugs, schriftlich an das Operations Center.
LSV+ und BDD: die Lastschrift der Banken
LSV+ und BDD sind die Schweizer Lastschriftverfahren von SIX für regelmässige Forderungen in Franken und Euro. Der Unterschied liegt im Widerspruchsrecht: LSV+ hat eines, BDD existiert im Firmenkundengeschäft und bietet keines. LSV+ wird laut SIX im Firmen- und im Privatkundengeschäft eingesetzt und richtet sich an Unternehmen, die regelmässig Beträge einziehen wollen.
Das Verfahren ist alt. SIX hat LSV 1977 lanciert, LSV+ und BDD folgten 2005. Beide folgen dem heutigen Standard ISO 20022 nicht vollumfänglich, und die Unterschrift der Belastungsermächtigung auf Papier entspricht laut SIX nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Dazu kommen rückläufige Transaktionszahlen. Diese drei Gründe nennt SIX für die Einstellung.
Belastet werden können über LSV+ und BDD nur Konten der Banken, nicht die Konten von PostFinance. Das stellt PostFinance auf seiner Seite zur Abschaffung von LSV+ klar.
CH-DD: Debit Direct von PostFinance
Für PostFinance-Konten gilt das eigene Verfahren CH-DD, auch Swiss Debit Direct oder kurz Debit Direct genannt. Die Basislastschrift ist für Privatkunden kostenlos und hat ein Widerspruchsrecht von 30 Tagen. Belastet wird nur, wenn die Limite für Direktbelastungen auf dem Konto nicht überschritten ist; sie liegt laut PostFinance üblicherweise bei CHF 200.
So richten Sie eine CH-DD-Lastschrift ein, wenn ein Rechnungssteller sie anbietet.
- Beim Rechnungssteller fragen, ob er die CH-DD-Basislastschrift anbietet.
- Das Formular für die Zahlungsermächtigung vom Rechnungssteller verlangen.
- Das Formular unterzeichnen; damit darf der Rechnungssteller offene Beträge am Fälligkeitstag abbuchen.
- Belastungen auf dem Kontoauszug prüfen; bei Bedarf innert 30 Tagen schriftlich widerrufen.
Sie können Ihr Konto für alle CH-DD-Lastschriften sperren. Einzelne Rechnungssteller lassen sich über deren Identifikationsnummer zulassen oder ausschliessen.
Auf der Seite des Rechnungsstellers braucht es ein Geschäftskonto bei PostFinance in CHF oder EUR und die Anmeldung für CH-DD. Dazu kommen eine Buchhaltungssoftware mit CH-DD-Schnittstelle und die schriftliche Ermächtigung des Zahlers. PostFinance verrechnet dem Rechnungssteller CHF 0.45 pro Transaktion. Die Firmenlastschrift für Geschäftskunden kennt kein Widerspruchsrecht.
SEPA-Lastschrift: das Verfahren in Euro
Die SEPA-Lastschrift ist laut PostFinance das europäische Lastschriftverfahren in Euro, eine «EUR-Direktbelastung». PostFinance führt sie unter den Zahlungen ins Ausland und beschreibt sie als kostenloses Bezahlen von Waren und Dienstleistungen in EUR. Grundlage ist ein gültiges SEPA-Basislastschrift-Mandat des Zahlungspflichtigen.
Das Widerspruchsrecht ist länger als bei den Schweizer Verfahren: 8 Wochen oder 56 Kalendertage ab Belastung, ohne Angabe von Gründen. Bei nicht autorisierten Belastungen gelten 13 Monate. Für Forderungen in Franken innerhalb der Schweiz beschreiben SIX und PostFinance ausschliesslich LSV+, BDD und CH-DD. Wer im Internet ein «Casino mit SEPA-Lastschrift» findet, hat es mit einem Angebot in Euro zu tun.
Warum kein Schweizer Casino die Lastschrift anbietet
Die Casinos selbst begründen das Fehlen nicht; sie führen die Lastschrift schlicht nicht auf. Die Systembeschreibungen von SIX und PostFinance zeigen aber, wofür das Verfahren gebaut ist. Es dient wiederkehrenden Rechnungen mit festem Fälligkeitstag, eingezogen von einem Rechnungssteller mit Vertrag, Software und Identifikationsnummer. Eine Casino-Einzahlung ist das Gegenteil davon: einmalig, in frei gewählter Höhe und mit sofortiger Gutschrift.
Dazu kommt das Widerspruchsrecht. Bei LSV+ und CH-DD können Sie eine Belastung 30 Tage lang zurückholen. Eine Einzahlung, die sofort im Spielerkonto steht und verspielt sein kann, bevor der Widerspruch läuft, wäre für ein Casino ein offenes Risiko. Das ist unsere Lesart der Regeln, keine Aussage eines Anbieters.
Für Sie als Spieler bleibt der praktische Befund: Vom Konto aus zahlen Sie in der Schweiz per Überweisung, TWINT oder PostFinance ein. Alle drei Wege verlangen eine aktive Freigabe von Ihnen, keine Ermächtigung an das Casino.
Das Ende von LSV+: der Fahrplan bis 2028
SIX hat in Abstimmung mit den Gremien des Finanzplatzes entschieden, LSV+ und BDD per 30. September 2028 einzustellen. Neue Rechnungssteller konnten nur bis zum 31. Dezember 2025 aufgeschaltet werden; seit dem 1. Januar 2026 vergibt SIX keine neuen LSV-Identifikationen mehr. Banken dürfen das Angebot auch früher beenden.
| Datum | Was gilt laut SIX und PostFinance |
|---|---|
| 1977 | Start des Lastschriftverfahrens LSV |
| 2005 | Einführung von LSV+ und BDD |
| 31. Dezember 2025 | letzter Tag für neue Rechnungssteller bei LSV+ und BDD |
| Juni 2027 | eBill Direct Debit mit Papiermandaten und BDD-Anwendungsfällen |
| 31. August 2027 | letztes Verarbeitungsdatum für LSV+ und BDD in Euro |
| 30. September 2028 | Einstellung von LSV+ und BDD |
| weiterhin | CH-DD von PostFinance «wie gewohnt» |
Für die Zeit danach verweist SIX auf eBill, die QR-Rechnung, den Dauerauftrag und den Einzelzahlungsauftrag. Rechnungsempfänger müssen laut SIX zunächst nichts unternehmen. PostFinance betont, dass CH-DD weiterhin wie gewohnt zur Verfügung steht.
eBill Direct Debit: der digitale Nachfolger
eBill Direct Debit ist laut ebill.ch ein digitales Lastschriftverfahren auf Basis von eBill. Die Belastungsermächtigung richten Sie vorab digital in eBill ein, statt ein Papierformular zu unterschreiben. SIX bezeichnet es als digitalen Nachfolger für LSV. Rund 80 Prozent der LSV- und BDD-Nutzenden arbeiten laut ebill.ch bereits mit eBill im Online-Banking.
Für die 15 bis 20 Prozent ohne Online-Banking sollen ab Juni 2027 Mandate auch per Papierformular möglich sein. Ab demselben Monat unterstützt eBill Direct Debit auch die Anwendungsfälle von BDD. Mehr als 80 Finanzinstitute haben laut ebill.ch die Umsetzung beschlossen oder prüfen sie. Zahlende verwalten ihre Ermächtigungen im eBill-Portal; bei Widerspruch sichert ebill.ch eine Rückabwicklung zu.
Der Unterschied zu eBill selbst: Bei eBill kommt die Rechnung ins Online-Banking, und Sie entscheiden, ob und wann Sie zahlen. Bei der Lastschrift belastet der Rechnungssteller das Konto direkt. Ob Casinos je Rechnungssteller im eBill Direct Debit werden, ist offen; heute nennt keiner der zehn Anbieter eBill.
Dauerauftrag, QR-Rechnung und eBill: was SIX als Ersatz nennt
Für die Zeit nach LSV+ zählt SIX vier etablierte Formate auf: eBill, QR-Rechnung, Dauerauftrag und Einzelzahlungsauftrag. Keines davon ist eine Lastschrift. Beim Dauerauftrag und beim Einzelzahlungsauftrag geben Sie den Zahlungsbefehl selbst. Bei der QR-Rechnung scannen Sie einen Code und lösen die Überweisung aus.
eBill liegt dazwischen. Die Rechnung kommt laut ebill.ch direkt ins Online-Banking Ihrer Bank, und Sie bestimmen, ob und wann Sie bezahlen. Erst eBill Direct Debit bringt die Belastung durch den Rechnungssteller zurück, diesmal mit einer digital erteilten Ermächtigung.
Für Casino-Einzahlungen passt keines dieser Formate besser als die Wege, die die zehn Anbieter schon führen. Eine QR-Rechnung stellt kein Casino aus, und eBill setzt einen Rechnungssteller voraus. Die Kasse der Casinos bleibt bei Überweisung, TWINT und PostFinance.
Vom Bankkonto ins Casino: die Banküberweisung bei sechs Anbietern
Die Überweisung ist der direkteste Ersatz für die Lastschrift: Geld wandert vom Bankkonto ins Spielerkonto, ohne Karte und ohne App. Sechs der zehn Anbieter führen sie, mit Laufzeiten von einem bis fünf Arbeitstagen. mycasino, StarVegas, 7melons und Admiral nennen die Banküberweisung für Einzahlungen nicht.
| Casino | Dauer der Gutschrift laut Anbieter | Mindestbetrag | Gebühr |
|---|---|---|---|
| Swiss4Win | ungefähr 1 bis 2 Werktage | CHF 10 | – |
| Casino777 | 1 bis 3 Werktage | CHF 10 | kostenfrei, ohne Höchstbetrag |
| PASINO.ch | 1 bis 3 Tage | CHF 10 | – |
| Casineo | höchstens 3 Arbeitstage | CHF 10 | keine |
| Swiss Casinos | 3 bis 5 Arbeitstage, Verarbeitung Montag bis Freitag | CHF 20 | – |
| Jackpots.ch | nicht genannt | – | keine Gebühren auf Ein- und Auszahlungen |
Casineo nennt CHF 10 als Mindestbetrag für alle Einzahlungsmethoden, Swiss4Win und PASINO.ch ebenso. Swiss Casinos setzt für die Überweisung CHF 20, für die übrigen Wege CHF 10. Wer das Geld am selben Tag spielen will, nimmt bei allen sechs besser TWINT oder PostFinance.
Überweisung ins Casino: der Ablauf in fünf Schritten
Ohne Lastschrift läuft die Einzahlung vom Konto in umgekehrter Reihenfolge: Erst holen Sie die Zahlungsangaben im Casino, dann zahlen Sie aus dem E-Banking. So sieht der Ablauf bei den sechs Anbietern mit Banküberweisung aus.
- Kasse öffnen, «Einzahlen» wählen, Banküberweisung anklicken.
- Betrag eingeben; Mindestbetrag CHF 10, bei Swiss Casinos CHF 20.
- Kontoangaben des Casinos und die Referenz notieren oder kopieren.
- Im E-Banking oder in der Banking-App eine Überweisung mit genau dieser Referenz erfassen.
- Gutschrift abwarten: ungefähr 1 bis 2 Werktage bei Swiss4Win, 1 bis 3 bei Casino777 und PASINO.ch, höchstens 3 bei Casineo, 3 bis 5 bei Swiss Casinos.
Das Konto, von dem Sie überweisen, muss auf Ihren Namen lauten. Bei mycasino gilt das Prinzip für alle Zahlungsmittel. PASINO.ch verlangt vor der ersten Auszahlung ein Dokument mit Name und IBAN. Wer ein fremdes Konto nutzt, riskiert Rückfragen und eine verzögerte Gutschrift.
TWINT und PostFinance: die Schweizer Wege vom Konto
Was die Lastschrift in Deutschland leistet, übernehmen in der Schweiz zwei Dienste, die direkt mit dem Bankkonto verbunden sind. TWINT ist mit Ihrem Konto verknüpft oder läuft als Prepaid-Version; die Zahlung geben Sie in der App frei, das Casino erhält nur die Bestätigung. Alle zehn Anbieter führen TWINT, die Gutschrift erfolgt sofort. StarVegas nennt CHF 10 bis CHF 10’000 pro Zahlung, Jackpots.ch bis CHF 100’000.
PostFinance Pay vereint die früheren Wege PostFinance Card und E-Finance und wird in der PostFinance App freigegeben. Die Standardlimiten liegen laut PostFinance bei CHF 10’000 pro Tag und CHF 15’000 pro Monat. Alle zehn Casinos nehmen PostFinance an, die Umstellung der Shops auf Pay soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Ein Kostenvorteil kommt dazu. Swiss Casinos listet die Zahlungsmittel ohne Bearbeitungszuschlag auf; PostFinance und TWINT mit verknüpftem Bankkonto gehören dazu. Einzelne Kreditkarten verlangen laut Swiss Casinos 3,5 bis 4 % Zuschlag für Casino-Transaktionen. Diese Gebühren erhebt die Kartenbank, nicht das Casino.
Instant Payments: die Überweisung in Sekunden
Die Schweiz hat am 20. August 2024 Instant-Zahlungen eingeführt. Eine solche Überweisung ist laut SIX in weniger als zehn Sekunden auf dem Empfängerkonto, unabhängig von Uhrzeit und Wochentag. Zum Start konnten rund 60 Finanzinstitute solche Zahlungen empfangen, was über 95 Prozent des Kundenzahlungsverkehrs abdeckt; heute nennt SIX über 100 Institute.
Der Empfang ist in zwei Phasen Pflicht: seit August 2024 für die grösseren Banken, ab Ende 2026 für die übrigen. Herkömmliche Überweisungen bleiben laut SIX möglich. Ob die Überweisung ins Casino in Sekunden ankommt, hängt von Ihrer Bank und vom Casino ab. Die sechs Anbieter nennen in ihren Kassen weiterhin ein bis fünf Arbeitstage.
Auszahlung: zurück auf das Konto in Ihrem Namen
Gewinne verlassen das Casino in der Schweiz immer per Überweisung. Artikel 50 der Verordnung über Geldspiele verlangt ein Zahlungskonto auf den Namen der Inhaberin oder des Inhabers des Spielerkontos. Nur dorthin dürfen Gewinne und Guthaben überwiesen werden. Sie können laut Verordnung jederzeit verlangen, dass der Aktivsaldo oder ein Teil davon überwiesen wird.
Eine Lastschrift in Gegenrichtung gibt es nicht; das Casino belastet nie Ihr Konto, und Sie belasten nie das Casino. Was es gibt, sind Instant-Auszahlungen. Bei mycasino einmal täglich, bei Swiss4Win von CHF 50 bis CHF 3’000, bei Swiss Casinos ab CHF 100 für CHF 2, bei Admiral für die erste Auszahlung des Tages. Die übrigen Anbieter nennen einen bis fünf Arbeitstage.
Vor der ersten Auszahlung steht die Verifizierung. Artikel 52 der Verordnung erlaubt vor der Prüfung der Identität Einzahlungen von höchstens 1000 Franken und keine Auszahlung von Gewinnen. Die Prüfung erfolgt spätestens einen Monat nach der provisorischen Eröffnung.
Gebühren und Limits beim Einzahlen vom Konto
Keines der zehn Casinos verrechnet eigene Gebühren für Einzahlungen per Überweisung, TWINT oder PostFinance. Jackpots.ch, mycasino, Casineo und Casino777 schreiben das ausdrücklich. Kosten können bei Ihrer Bank entstehen. Swiss Casinos nennt Zuschläge von 3,5 bis 4 % bei bestimmten Kreditkarten, nicht aber bei PostFinance und TWINT mit Bankkonto. Jackpots.ch weist darauf hin, dass PostFinance seit dem 1. März 2022 3,5 % auf Einzahlungen mit der PostFinance-Kreditkarte erhebt.
Die Limits setzen Casino und Bank. StarVegas erlaubt für TWINT und PostFinance CHF 10 bis CHF 10’000. Casino777 nennt für TWINT, Karten, Apple Pay und PostFinance Card denselben Rahmen, für die Überweisung keine Einschränkung. 7melons nennt für PostFinance CHF 10 bis CHF 100’000. Für die PostFinance App gilt zusätzlich das Tageslimit von CHF 10’000.
Ein Limit gilt überall: Vor der Verifizierung sind Einzahlungen auf CHF 1’000 begrenzt. Diese Grenze aus Artikel 52 der Verordnung steht in den AGB von mycasino, Admiral, PASINO.ch und StarVegas.
Sicherheit: Ihre E-Banking-Daten bleiben bei Ihnen
Weder die Lastschrift noch die Schweizer Alternativen verlangen, dass Sie Ihre Bankzugangsdaten auf einer fremden Seite eingeben. Bei der Lastschrift unterschreiben Sie eine Ermächtigung. Bei TWINT und PostFinance Pay bestätigen Sie in der eigenen App, bei der Überweisung zahlen Sie aus dem eigenen E-Banking. Das Casino sieht nur die Gutschrift.
PostFinance rät, Zugangsdaten wie Benutzername, E-Finance-Nummer und Passwort geheim zu halten und «postfinance.ch» immer direkt in die Adresszeile zu tippen. Zugangsdaten und Passwörter gehören laut PostFinance nie auf Seiten, die Sie per Link erhalten haben. UBS empfiehlt, ubs.com direkt einzugeben und bei jedem Login zu prüfen, ob die Adresszeile .ubs.com enthält. Ein Zahlungsweg, der nach Ihrem Bank-Login fragt, verstösst gegen diese Regeln.
Auf der Casino-Seite gilt dasselbe Prinzip. mycasino erlaubt Ein- und Auszahlungen nur mit Zahlungsmitteln, die auf Ihren eigenen Namen lauten. Swiss Casinos verifiziert Ihre Bankverbindung, wenn innert 24 Stunden eine hohe Summe bewegt wird.
Bonus mit Einzahlung vom Bankkonto
Der Zahlungsweg vom Konto schliesst den Willkommensbonus nicht aus. Swiss4Win schreibt zu TWINT ausdrücklich, dass Einzahlungen mit Aktionen und Boni kompatibel sind. Casineo weist darauf hin, dass einzelne Boni an bestimmte Zahlungsmethoden gebunden sein können, darunter Twint und PostFinance. Bei mycasino aktivieren Sie den Einzahlungsbonus vor der Einzahlung.
Bei der Überweisung zählt der Zeitpunkt der Gutschrift. Wer eine befristete Aktion nutzen will, rechnet bei Swiss Casinos mit 3 bis 5 Arbeitstagen und zahlt besser per TWINT oder PostFinance ein. Für Umsatz, Frist und Höchsteinsatz gelten die Bonusbedingungen des Casinos unabhängig vom Zahlungsweg.
Verantwortungsvoll spielen: Limits statt automatischer Belastung
Eine Lastschrift würde das Konto belasten, ohne dass Sie jede Zahlung einzeln freigeben. Die Schweizer Casinos arbeiten umgekehrt mit Grenzen, die Sie selbst setzen. Jackpots.ch, 7melons und Casineo verlangen vor Abschluss der Registrierung ein Limit für den täglichen Nettoverlust. Eine Senkung wirkt bei 7melons und Admiral sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden.
Swiss Casinos bietet Einsatz-, Verlust- und Zeitlimiten, eine Spielpause und die Selbstsperre an. StarVegas erlaubt einen temporären Ausschluss von 24 Stunden bis sechs Monaten. Eine Spielsperre gilt für alle Casinospiele in der Schweiz, vor Ort und online, seit dem 7. Januar 2025 auch in Liechtenstein. Diese Werkzeuge greifen vor der Einzahlung; eine Belastungsermächtigung an ein Casino gibt es in der Schweiz nicht.
Steuern auf Gewinne, die zurück aufs Konto fliessen
Gewinne aus Online Casinos mit Schweizer Konzession sind bis CHF 1’071’000 steuerfrei, Stand 2026. Darüber hält der Anbieter 35 Prozent Verrechnungssteuer zurück, und der Betrag zählt zum steuerbaren Einkommen. 2025 lag die Grenze bei CHF 1’070’400; der Bund passt sie regelmässig an.
Gewinne aus ausländischen Online Casinos ohne Schweizer Konzession sind laut ESTV immer steuerpflichtig. Das betrifft auch Anbieter, die mit Lastschrift in Euro werben.
Bezahlen am Handy: TWINT und PostFinance in der eigenen App
Am Smartphone ist der Weg vom Konto ins Casino am kürzesten. StarVegas beschreibt ihn für TWINT so: Kasse öffnen, TWINT wählen, Betrag eingeben. Die TWINT-App öffnet sich, Sie bestätigen mit PIN, Touch ID oder Face ID und landen zurück im Casino. Am Desktop scannen Sie stattdessen einen QR-Code.
PostFinance Pay läuft ebenso über die PostFinance App; Admiral beschreibt die Freigabe «bequem per App». Die klassische Überweisung lösen Sie im E-Banking oder in der Banking-App aus und warten dann auf die Gutschrift im Casino. Sieben der zehn Anbieter haben eigene Apps, in denen die Kasse dieselben Wege anbietet.
Sofortüberweisung und Trustly: verwandte Wege, gleiche Antwort
Wer nach der Lastschrift sucht, stösst auf zwei weitere Bankwege: die Sofortüberweisung, die heute zu Klarna gehört, und das schwedische Casino Trustly. Beide führen die zehn Schweizer Casinos ebenso wenig wie die Lastschrift. Einzig Swiss4Win verwendet das Wort «Sofortüberweisung», meint damit aber seine eigene Instant-Auszahlung auf das Bankkonto.
Alle drei Begriffe stammen aus Märkten, in denen Casinos Einzahlungen direkt vom Konto einziehen oder über einen Drittdienst auslösen. In der Schweiz übernehmen TWINT und PostFinance diese Rolle. Welche Wege die zehn Kassen führen und was sie kosten, zeigt die Übersicht Zahlungsmethoden im Online Casino.
Lastschrift bei Casinos ohne Schweizer Konzession
Angebote mit «Lastschrift» oder «SEPA-Lastschrift» im Casino richten sich an Konten im Euro-Raum und stammen von Anbietern ohne Schweizer Konzession. Die ESBK sperrt den Zugang zu nicht bewilligten Angeboten per DNS-Sperre und zeigt eine Hinweisseite mit der Liste der bewilligten Online-Spielbanken.
Spielende machen sich bei einem unbewilligten Angebot nicht strafbar, so die ESBK unter Verweis auf Artikel 130 des Geldspielgesetzes. Sie gehen aber das Risiko ein, dass Einsätze und Gewinne in einem Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Eine Schweizer Spielsperre gilt dort nicht. Für eine Lastschrift zugunsten eines solchen Anbieters gäbe es zudem keine Schweizer Stelle, die bei einem Streit zuständig wäre.
Vor- und Nachteile der Lastschrift aus Schweizer Sicht
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Widerspruchsrecht von 30 Tagen bei LSV+ und CH-DD | in keinem der zehn Schweizer Casinos mit Konzession verfügbar |
| Keine Karte und kein Drittdienst nötig | gebaut für wiederkehrende Rechnungen, nicht für einmalige Einzahlungen |
| Für Privatkunden kostenlos (CH-DD) | LSV+ und BDD enden am 30. September 2028 |
| Ersatz eBill Direct Debit ist digital und im eBill-Portal steuerbar | CH-DD belastet nur PostFinance-Konten, LSV+ nur Bankkonten |
| Schweizer Alternativen TWINT und PostFinance sind sofort gutgeschrieben | Banküberweisung ins Casino dauert ein bis fünf Arbeitstage |
Häufige Fragen zur Lastschrift im Online Casino
Gibt es ein Online Casino mit Lastschrift in der Schweiz?
Nein. Keines der zehn Casinos mit ESBK-Konzession nennt Lastschrift, LSV+, CH-DD oder SEPA in Kasse, Hilfe oder AGB, Stand Oktober 2026. Vom Konto zahlen Sie per Überweisung, TWINT oder PostFinance ein.
Was ist der Unterschied zwischen LSV+ und CH-DD?
LSV+ ist das Verfahren von SIX für Konten der Banken, CH-DD das Verfahren von PostFinance für PostFinance-Konten. Beide kennen ein Widerspruchsrecht von 30 Tagen. LSV+ wird am 30. September 2028 eingestellt, CH-DD bleibt laut PostFinance bestehen.
Funktioniert eine SEPA-Lastschrift mit einem Schweizer Konto?
PostFinance bietet die SEPA-Lastschrift als Verfahren in Euro an, mit 8 Wochen Widerspruchsrecht. Für Forderungen in Franken innerhalb der Schweiz beschreiben SIX und PostFinance nur LSV+, BDD und CH-DD.
Wie schnell ist eine Einzahlung vom Bankkonto ins Casino?
Per TWINT und PostFinance sofort, bei allen zehn Anbietern. Per Überweisung dauert es ungefähr 1 bis 2 Werktage bei Swiss4Win und 1 bis 3 bei Casino777 und PASINO.ch. Casineo nennt höchstens 3 Arbeitstage, Swiss Casinos 3 bis 5.
Kann ich eine Casino-Einzahlung wie eine Lastschrift zurückholen?
Nein. Überweisung, TWINT und PostFinance Pay sind Zahlungen, die Sie selbst freigeben; ein Widerspruchsrecht wie bei LSV+ oder CH-DD gibt es dafür nicht. Gewinne und Guthaben zahlt das Casino auf Antrag jederzeit auf Ihr Konto aus.
Was ersetzt LSV+ nach 2028?
eBill Direct Debit, das digitale Lastschriftverfahren auf Basis von eBill. Rund 80 Prozent der LSV-Nutzenden arbeiten laut ebill.ch bereits mit eBill; Papiermandate und BDD-Fälle folgen ab Juni 2027.
Gibt es die Lastschrift auch für die Auszahlung?
Nein. Das Casino überweist Gewinne auf Antrag auf Ihr Konto, nach Artikel 50 VGS nur auf ein Konto in Ihrem Namen. Vier Anbieter zahlen in Echtzeit aus: mycasino, Swiss4Win, Swiss Casinos und Admiral.
Ist eine Einzahlung vom Konto im Casino sicher?
Sie geben Ihre E-Banking-Daten nie an das Casino weiter; TWINT und PostFinance Pay bestätigen Sie in der eigenen App. PostFinance und UBS raten, Zugangsdaten geheim zu halten und die Bankadresse immer selbst einzutippen.
Quellen & Stand
SIX zu LSV+, BDD, zur Einstellung per 30.09.2028 und zu Instant Payments. PostFinance zu CH-DD, zur Abschaffung von LSV+, zur SEPA-Lastschrift, zu PostFinance Pay und zur Sicherheit im E-Finance. ebill.ch zu eBill Direct Debit, UBS zu Sicherheitstipps; alle abgerufen am 17. Oktober 2026.
Zahlungsseiten, Hilfe-Center und AGB der zehn Online Casinos mit ESBK-Konzession. Verordnung über Geldspiele (VGS), Artikel 50 und 52, auf fedlex.admin.ch. ESBK, «Fragen und Antworten». ESTV zu Geldspielgewinnen. Stand: Oktober 2026.