Spielsperre aufheben Schweiz: Verfahren, Fristen und die Rolle der ESBK

Hermann Bürgi · Redaktion CasinoButler · Fakten geprüft · Stand: Oktober 2026

Spielsperre aufheben Schweiz: Eine Spielsperre hebt nur die Spielbank auf, die sie ausgesprochen hat, und nur auf Gesuch der gesperrten Person. Die ESBK kann weder sperren noch entsperren. Wer sich selbst gesperrt hat, wartet mindestens drei Monate. In das Verfahren muss eine kantonal anerkannte Fachperson oder Fachstelle einbezogen werden. Bis dahin gilt die Sperre für alle Casinospiele in der Schweiz und in Liechtenstein, vor Ort und online.

Auf einen Blick

  • Zuständig: die Spielbank, die die Sperre eingetragen hat; nicht die ESBK
  • Voraussetzung: der Grund für die Sperre besteht nicht mehr (Art. 81 BGS)
  • Frist bei freiwilliger Sperre: frühestens drei Monate nach dem Eintrag
  • Pflicht: Einbezug einer kantonal anerkannten Fachperson oder Fachstelle
  • Geltung der Sperre: ganze Schweiz, seit 7. Januar 2025 auch Liechtenstein; keine Teilsperre
  • Stand: Oktober 2026

Was eine Spielsperre in der Schweiz umfasst

ESBK-Seite zur Spielsperre: Geltung in der ganzen Schweiz und seit 7. Januar 2025 in Liechtenstein
Screenshot: esbk.admin.ch, 18.10.2026

Eine Spielsperre schliesst Sie von allen Spielbankenspielen aus, im Casino vor Ort und online. Dazu kommen Online-Grossspiele wie Lotto oder Sportwetten zugelassener Anbieter. Sie gilt laut ESBK in der ganzen Schweiz und seit dem 7. Januar 2025 auch im Fürstentum Liechtenstein. Grundlage ist Artikel 80 des Geldspielgesetzes.

Die Sperre ist zeitlich nicht befristet. Eine Teilsperre, etwa nur für Online-Spiele, sieht das Gesetz nicht vor. Die Schweizer Spielbanken führen die Sperren im gemeinsamen Register Veto; jede Spielbank trägt ihre eigenen Sperren ein, die ESBK hat keinen Zugriff darauf.

Merkmal Spielsperre Vorübergehender Spielausstieg
Wer löst aus Spielbank, von Amtes wegen oder auf Ihren Antrag Sie selbst, im Spielerkonto
Geltung alle Spielbanken der Schweiz und Liechtensteins, vor Ort und online nur bei der Spielbank, bei der er beantragt wurde
Umfang alle Casinospiele und Online-Grossspiele, keine Teilsperre Kategorien von Online-Spielen nach Wahl
Dauer unbefristet selbst gewählt, höchstens 6 Monate
Aufhebung nur auf Gesuch, durch die sperrende Spielbank, mit Fachperson endet nach Ablauf

Spielsperre aufheben Schweiz: das Verfahren in sechs Schritten

ESBK: Antrag auf Aufhebung bei der Spielbank, die die Sperre ausgesprochen hat
Screenshot: esbk.admin.ch, 18.10.2026

Die ESBK beschreibt den Weg in ihren Fragen und Antworten. Zuständig ist allein die Spielbank, die die Sperre ausgesprochen hat; die ESBK kann weder aufheben noch auf das Verfahren einwirken.

  1. Spielbank bestimmen: Wissen Sie nicht mehr, welches Casino Sie gesperrt hat, fragen Sie bei einem beliebigen Schweizer Casino nach. Es nennt Ihnen die Spielbank aus dem Register Veto.
  2. Frist prüfen: Bei einer freiwilligen Sperre ist die Aufhebung frühestens drei Monate nach dem Eintrag möglich.
  3. Gesuch einreichen: bei der sperrenden Spielbank, mit der Begründung, dass der Grund für die Sperre nicht mehr besteht.
  4. Unterlagen nachreichen: Die ESBK empfiehlt, den Anweisungen der Spielbank zu folgen und die geforderten Dokumente einzureichen.
  5. Fachperson einbeziehen: Nach Artikel 81 BGS muss eine kantonal anerkannte Fachperson oder Fachstelle am Aufhebungsverfahren beteiligt sein.
  6. Entscheid abwarten: Hebt die Spielbank die Sperre auf, löscht sie den Eintrag im Register.

Lehnt die Spielbank ab, steht laut ESBK der Rechtsweg über ein Zivilgericht offen.

Gründe für eine Sperre und was «Grund entfallen» heisst

ESBK zum Sozialschutz: Nachweise über Einkommens- und Vermögensverhältnisse und Spielsperre bei fehlenden Unterlagen
Screenshot: esbk.admin.ch, 18.10.2026

Eine Spielbank muss sperren, wenn sie weiss oder annehmen muss, dass eine Person überschuldet ist oder ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt. Dasselbe gilt bei Einsätzen, die in keinem Verhältnis zu Einkommen und Vermögen stehen. Dasselbe gilt bei Meldungen einer Fachstelle oder einer Sozialhilfebehörde über Spielsucht. Daneben kann jede Person sich selbst sperren lassen, persönlich im Casino oder schriftlich mit Ausweiskopie.

Eine zweite Quelle von Sperren sind fehlende Unterlagen. Hat eine Spielbank Zweifel an der finanziellen Situation, verlangt sie Nachweise über Einkommen und Vermögen, bei Bedarf auch Bankunterlagen. Wer sie nicht oder nicht fristgerecht liefert, wird gesperrt; die Spielbank ist dazu verpflichtet. Laut ESBK gingen 2025 rund 30 Prozent aller Sperren, 5’221 Fälle, auf fehlende finanzielle Nachweise zurück.

«Grund entfallen» bedeutet dann: Die Unterlagen liegen vor, die finanzielle Lage hat sich geändert oder die Fachperson stützt die Aufhebung. Welche Belege eine Spielbank verlangt, legt sie im Verfahren fest.

Zahlen zur Spielsperre 2025

Kennzahl laut ESBK 2025 2024
Ausgesprochene Spielsperren 16’429 18’216
Anteil der Online-Casinos rund 80 % –
Freiwillige Sperren 8’021 (rund 45 %) –
Sperren wegen fehlender finanzieller Nachweise 5’221 (rund 30 %) 9’200 (rund 50 %)
Anteil der 18- bis 30-Jährigen 49 % 45 %

Die Zahl der Sperren sank 2025 um rund 10 Prozent. Vier von fünf Sperren sprachen Online-Casinos aus. Fast die Hälfte der Gesperrten war zwischen 18 und 30 Jahre alt.

Spielausstieg statt Sperre: die kürzere Pause

Spielbeschränkungen von Swiss Casinos im Online Casino: Einzahlungs- und Verlustlimite, Session Timer, Spielpause und Selbstsperre, Stand Oktober 2026
Screenshot: spielerschutz.swisscasinos.ch, 18.10.2026

Wer eine Pause will, ohne für unbestimmte Zeit gesperrt zu sein, nutzt den vorübergehenden Spielausstieg. Jede Spielbank mit Online-Angebot muss ihn anbieten. Sie wählen die Kategorien von Online-Spielen und die Dauer selbst; sie darf laut ESBK sechs Monate nicht übersteigen. Der Ausstieg gilt nur bei der Spielbank, bei der Sie ihn beantragt haben, und endet nach Ablauf von selbst.

StarVegas beschreibt in seinen AGB einen temporären Spielausstieg von mindestens 24 Stunden bis längstens sechs Monaten. Swiss Casinos nennt Einsatz-, Verlust- und Zeitlimiten, eine Spielpause und die Selbstsperre. Casino777 führt Einzahlungslimits, Sitzungserinnerungen, Spielpausen und Selbstausschluss auf. Jackpots.ch, 7melons und Casineo verlangen vor Abschluss der Registrierung ein Limit für den täglichen Nettoverlust. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung bei 7melons und Admiral erst nach 24 Stunden.

Warum gesperrte Personen online trotzdem spielen können

ESBK-Seite zum illegalen Spiel mit Hinweis auf die dritte Sperrliste 2026 mit 3'567 Einträgen
Screenshot: esbk.admin.ch, 18.10.2026

Eine Schweizer Spielsperre bindet nur Anbieter mit Schweizer Konzession. Ausländische Anbieter unterliegen laut ESBK nicht dem Schweizer Recht und müssen gesperrte Personen nicht ausschliessen. Wer trotz Sperre online ein Konto eröffnen und spielen kann, befindet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einer in der Schweiz nicht zugelassenen Plattform.

Solche Websites stehen auf der Sperrliste der ESBK, die dritte Liste 2026 zählt 3’567 Einträge. Dort greifen keine Sozialschutzmassnahmen, die Auszahlung eines Gewinns ist nicht gesichert, und Einsätze können in einem Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Was Ausländische Casinos ausmacht, beschreiben wir auf einer eigenen Seite. Die ESBK empfiehlt, sich an die legalen Angebote zu halten; welche das sind, zeigt die Übersicht der legale Online Casinos in der Schweiz.

Hilfe für Betroffene und Angehörige

SOS-Spielsucht: Telefonberatung 0800 040 080, 24 Stunden erreichbar, kostenlos, anonym
Screenshot: sos-spielsucht.ch, 18.10.2026

Für Prävention, Beratung und Behandlung sind laut Artikel 85 des Geldspielgesetzes die Kantone zuständig. Angehörige können sich jederzeit an die Sozialschutzstelle einer Spielbank oder an eine Beratungsstelle wenden; jedes Casino hat eine verantwortliche Person für den Spielerschutz. Eine Sperre für eine andere Person können weder Angehörige noch die ESBK veranlassen, die Spielbank beginnt bei Hinweisen von Dritten aber mit Abklärungen.

  • SOS-Spielsucht: Telefonberatung 0800 040 080, rund um die Uhr, kostenlos und anonym; Beratungsstellen nach Region auf sos-spielsucht.ch
  • SafeZone.ch: Online-Beratung zu Suchtfragen, kostenlos und anonym, mit Selbsttest
  • Die Dargebotene Hand: Telefon 143

Wer über eine Aufhebung nachdenkt, kann dieselben Stellen vorher kontaktieren. Die Fachperson, die das Gesetz für das Verfahren verlangt, ist keine Hürde, sondern Teil des Entscheids.

Häufige Fragen zur Aufhebung der Spielsperre

Kann die ESBK meine Spielsperre aufheben?

Nein. Die ESBK kann weder sperren noch entsperren und nicht auf das Verfahren einwirken. Zuständig ist die Spielbank, die die Sperre ausgesprochen hat.

Wie lange muss ich nach einer freiwilligen Sperre warten?

Mindestens drei Monate nach dem Eintrag. Danach können Sie bei der sperrenden Spielbank ein Gesuch stellen.

Ich weiss nicht mehr, welches Casino mich gesperrt hat. Was tun?

Fragen Sie bei einem beliebigen Schweizer Casino nach. Die Spielbanken führen das gemeinsame Register Veto und können Ihnen die zuständige Spielbank nennen.

Kann ich die Sperre nur für Online-Spiele aufheben lassen?

Nein. Das Gesetz kennt keine Teilsperre; die Sperre gilt für alle Casinospiele vor Ort und online. Für eine Pause nur online gibt es den vorübergehenden Spielausstieg von höchstens sechs Monaten bei einer Spielbank.

Was passiert, wenn die Spielbank die Aufhebung ablehnt?

Laut ESBK steht Ihnen der Rechtsweg über ein Zivilgericht offen. Die ESBK selbst ist keine Beschwerdeinstanz für Spielsperren.

Gilt meine Sperre auch in Liechtenstein?

Ja, seit dem 7. Januar 2025. Sie gilt zudem für Online-Lotterien und Online-Sportwetten zugelassener Anbieter.

Wurde ich gesperrt, weil ich keine Finanzunterlagen geliefert habe?

Das ist möglich. Kann eine Spielbank die finanzielle Situation nicht klären, muss sie sperren. Mit den nachgereichten Unterlagen entfällt der Grund, und Sie können das Gesuch um Aufhebung stellen.

Quellen & Stand

ESBK: «Spielsperre» (publiziert 30.06.2025), «Fragen und Antworten», «Sozialschutz», «Illegales Spiel». Bundesgesetz über Geldspiele, Artikel 80, 81 und 85. AGB und Spielerschutzseiten von StarVegas, Swiss Casinos, Casino777, Jackpots.ch, 7melons, Admiral und Casineo. sos-spielsucht.ch und safezone.ch; alle abgerufen im Oktober 2026. Stand: Oktober 2026.

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